Innocence: a symposium and a workshop


Semester 1. und 3. Semester Master of Arts in Fine Arts
Dates

27. - 29.10.2015

 

Anmeldefrist bis Freitag, 16. Oktober 2015

ECTS 3
Kunsthochschule
Universität / Haute Ecole
FHNW Hochschule für Gestaltung und Kunst Institut Kunst
Website http://institut-kunst.ch
Teacher Boris Groys, Kenneth Goldsmith, Filipa Ramos, Natasha Sadr, Adam Thirlwell, Chus Martínez
Contact email
for student applications
rosanna.monteleone@fhnw.ch
Content description

CH-Master Pool

Innocence: a symposium and a workshop

The notion of “innocence” is not an easy one. Already at first sight one is confronted with a certain uneasiness. How can we propose a term like this in a time like ours? On the other hand, how can we not appeal to a notion like innocence in thinking about the status-quo of the discourses on political and cultural identity, or on the very nature of theory—that recurrence to the same critical paradigms? We already know that is not only culture that should define thinking, but also new thinking forms, which are emerging from nature or animal studies or science and art.

 

Innocence, yes. It has nothing to do with morality here. It names the complex operation of challenging the old ways of understanding the function of art, and the old assumptions about experience and perception. It is—actually—the radical expansion of perception: it is not only us who feel; we are felt by beings and machines who are inviting us to introduce the term innocence.

 

Oh! Some decades ago we often talked about “openness.” But the metaphor is not strong enough for the effort we need to make in order to turn around our ideas of experience, consciousness, and the way art is a thinking that absolves and transforms perception. Art is perception not because it is a producer, but because it is the organ where consciousness is sensed differently, as well as nature and gender.

Innocence here is introduced as an “after-critically thinking form.” Or, better said, innocence is proposed here as a transitional attitude toward a new philosophy, one that is not modern but that is not yet there either.

 

This conference is motivated by the desire to start thinking aloud—with different thinkers, artists, scientists—about the importance of being exposed, of absorbing different ways of exploring the sensing of the world. The conference takes place on the first day of a three-day meeting, and while it is primarily intended for the participants of Master students (CH Pool), it is also open to all who are interested.

 

The second and third days are closed for the groups interested, and are an opportunity to further explore the subject through interaction with particular participants. 

 

This symposium is going to be divided into two parts: a one day conference with presentations by Boris Groys, Kenneth Goldsmith, Natasha Sadr, Adam Thirlwell, Filipa Ramos, and Chus Martínez.

 

And a two days seminar and intense work with the different thesis presented, conducted by Chus Martínez together with Filipa Ramos.

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Deutsche Version

Der Begriff „Unschuld“ ist kein einfacher. Taucht er auf, scheint sich gleich ein unbehagliches Gefühl einzustellen. Wie kann man in Zeiten wie diesen einen solchen Ausdruck gebrauchen? Andererseits aber gilt: Warum sollten wir uns nicht auf einen Begriff wie Unschuld einlassen, wenn wir über den derzeitigen Zustand der Diskurse hinsichtlich politischer und kultureller Identität nachdenken, oder wenn es um die Rekurrenz der Theorie auf dieselben kritischen Paradigmen geht? Wir wissen ja bereits, dass nicht allein die Kultur unser Denken bestimmt, sondern dass neue Denkformen aus den Feldern der Natur, der Tierstudien, der Wissenschaft oder auch der Kunst entspringen.

 

Ja, Unschuld. Das hat hier nichts mit Moral zu tun. Sie benennt eine komplexe Operation, die das althergebrachte Verständnis der Funktion von Kunst ebenso herausfordert, wie die alten Annahmen über Erfahrung und Sinneswahrnehmung in Frage stellt. Nicht nur wir fühlen, wir werden auch selbst von Dingen und Maschinen erfühlt, die uns dazu einladen, den Begriff Unschuld einzuführen.

 

Oh! Vor ein paar Jahrzehnten sprachen wir häufig von der „Offenheit“. Doch diese Metapher ist nicht stark genug, wenn es um die notwendige Bemühung geht, unsere Vorstellungen von Erfahrung, Bewusstsein und die Art und Weise, inwiefern Kunst ein Denken ist, das die Wahrnehmung befreit und transformiert, umzukehren. Nicht weil Kunst ein Produzent ist, ist sie Wahrnehmung, sondern weil sie ein Organ ist, durch welches das Bewusstsein, die Natur und Gender auf andere Weise erspürt werden.

 

Unschuld wird hier nun als „nachkritische Denkform“ eingeführt. Oder besser gesagt: Der Begriff Unschuld wird hier in Form einer Übertragungshaltung hinsichtlich einer neuen Philosophie vorgeschlagen, einer Philosophie, die nicht mehr modern, aber auch noch im Kommen ist.

 

Getragen wird die Konferenz von dem Wunsch, mit unterschiedlichen Denkern, Künstlern und Wissenschaftlern laut nachzudenken. Was bedeutet es, ungeschützt zu sein und wie gestalten sich die verschiedenartigen Wege, die man einschlägt, wenn man das Erfühlen einer Welt erkundet. Die Konferenz findet am ersten Tag eines dreitägig angelegten Treffens statt, aber sie setzt sich auch während seines Verlaufs fort. Der erste Tag wendet sich vor allem an die Teilnehmer des Masterstudiengangs (CH Pool), er steht aber selbstverständlich auch allen anderen Interessentinnen und Interessenten offen.

 

Der zweite und der dritte Tag setzen sich dann aus geschlossenen Veranstaltungen für die jeweiligen Gruppen zusammen und bieten die Möglichkeit, die Themenfelder gemeinsam mit den jeweiligen Teilnehmerinnen zu vertiefen.

 

 

Remarks

Unterrichtssprachen: Deutsch und Englisch